Am Anfang der hundert-sechzigjährigen Tradition standen Männer, die das Handwerk in Kladsko gelernt hatten. Das Pfeifenmachergewerbe ist zu einem tatsächlichen Phänomen der Gegend von Prosec geworden, es befassten sich damit seinerzeit etwa zweihundert hiesige Einwohner. Ursprünglich wurde das einheimische Holz dafür verwendet, besonders Erlenbaumklötze. Diese wurden jedoch im 20. Jahrhundert durch Bruyereholz verdrängt, das aus dem Wurzelholz der Baumheide gewonnen wurde. Bis heute wird es z.B. aus Italien importiert. 1919 wurde mit der Fabrikation mittels Fräsmaschinen begonnen. In der Fabrik wurden Pfeifen hergestellt, um deren Oberflächengestaltung sich die Heimarbeiter kümmerten. Manche Künstler kauften Fabrikklötze und gestalteten die endgültige Form selbst. In den Jahren 1937 - 38 wurden etwa 500 verschiedene Pfeifentyps in Prosec erzeugt, eine Menge davon ist auch im örtlichen Museum zu finden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Prosec die gesamte tschechoslowakische Produktion konzentriert.
Die Pfeifenmachertradition setzt in Tschechien die Firma BPK mit dem Sortiment von geraden und gebogenen Pfeifen sowie auch mit den Bauernpfeifen (dreiteilig) und den sog. Porzellanpfeifen (mit dem keramischen Kopf) fort. Sie exportiert die Pfeifen in 35 Staaten der Welt. Die Pfeifen können mit plastischen Motiven dekoriert werden. Der Schnitzer F. Loucka erzeugt z.B. grosse Pfeifen aus Lindenholz als Souvenir. In den Händen eines anderen Meisters dieses Handwerks, V. Jehlicka, entsteht auf Wunsch des Kunden ein Hirschmotiv, das Motiv der Londoner Brücke, des Hradschins. Für einen Laden in Litomyšl hat er eine 70 cm grosse Pfeife für Werbezwecke angefertigt. Er kümmert sich schon seit vier Jahren in einem Holzschnitzerkurs auch darum, dass die Tradition von Prosec weiter gepflegt wird.